Wer Aktien der Smarter Web Company kauft, will mehr als Bitcoin. Die Londoner Firma hält 2.830 Bitcoin und soll den Anteil BTC pro Aktie Jahr für Jahr erhöhen. Gelingt das, steigt die Aktie stärker als der Coin. 2025 hat es funktioniert: Im Mai verkaufte die Firma neue Aktien noch zu 16 Pence, im Juni schon zu 4,95 Pfund.
Ob die Rechnung heute noch aufgeht, hängt an zwei Fragen. Wie viel mehr zahlst du über die Aktie, als der Bitcoin dahinter wert ist? Und steigt der Anteil BTC pro Aktie noch, oder sinkt er?
Beides lässt sich aus den Pflichtmeldungen der Firma an die Londoner Börse nachrechnen. Stand dieses Textes ist der 15. Oktober 2026.
Eine Webagentur mit 2.830 Bitcoin
Die Smarter Web Company sitzt in Guildford südlich von London und baut Websites und Online-Marketing für kleine Firmen. Am 25. April 2025 ging sie an die kleine Börse Aquis, drei Tage später stellte sie „The 10 Year Plan“ vor, der Bitcoin als Reserve vorsieht. Seit dem 3. Februar 2026 wird die Aktie am Hauptmarkt der London Stock Exchange gehandelt.
Das Geschäft ist klein. Im Halbjahr bis 30. April 2026 setzte die Firma 397.473 Pfund um und machte 2,72 Millionen Pfund operativen Verlust. Im Februar kaufte sie für 1,69 Millionen Pfund die Agentur Squarebird aus Bristol dazu, die im Jahr zuvor 1,4 Millionen Pfund umsetzte.
Dem steht der Bitcoin-Bestand gegenüber: 2.830 Bitcoin, am Stichtag 172,8 Millionen Pfund wert. Gekauft wurden sie im Schnitt zu 81.979 Pfund, rund 108.500 Dollar. Am Stichtag lag Bitcoin 25,5 Prozent darunter. Selbst verwahrt die Firma ihre Coins nicht, sie liegen bei Coinbase, Xapo, Fidelity, Anchorage und Kraken.
Wer diese Aktie kauft, kauft eine Bitcoin-Position mit einer Kapitalstruktur drumherum. Die Agentur ist eine Fußnote.
Entscheidend ist deshalb, wie viel Bitcoin auf eine Aktie entfällt.
Je Aktie wird der Bitcoin weniger
Eine Bitcoin-Treasury kann ihren Bestand auf zwei Wegen vergrößern: mit eigenem Geld oder mit neuen Aktien. Im zweiten Fall wächst die Zahl der Aktien mit. Für dich zählt deshalb nur der Bitcoin je Aktie, nicht der Gesamtbestand.
| Stichtag | Bitcoin | Aktien im Umlauf | Satoshi je Aktie |
|---|---|---|---|
| 30.04.2026 | 2.778 | 306,8 Mio. | 905 |
| 15.10.2026 | 2.830 | 340,7 Mio. | 831 |
Satoshi = ein Hundertmillionstel Bitcoin. Aktien im Umlauf ohne die ausgegebenen, aber noch nicht verkauften Aktien beim Platzierungspartner (siehe FAQ).
Der Bestand wuchs um 52 Bitcoin, die Zahl der Aktien um 11 Prozent. Je Aktie ist der Bitcoin in fünfeinhalb Monaten um 8,3 Prozent geschrumpft.
Die Firma misst dasselbe mit einer eigenen Kennzahl, der „BTC Yield“: der Veränderung des Bitcoin je voll verwässerter Aktie.
| Zeitraum | BTC Yield laut Firma |
|---|---|
| Q1 2026 | −0,18 % |
| Q2 2026 | +15,29 % |
| Q3 2026 | −4,35 % |
| Q4 2026, bis 15.10. | +1,98 % |
Der Bestand ist eine Schlagzeile. Der Bitcoin je Aktie ist dein Anteil, und der schrumpft.
Warum wuchs er 2025 und jetzt nicht mehr?
2025 bezahlte der Aufschlag alles
Zwischen dem 8. Mai und dem 9. Juli 2025 verkaufte die Firma in neun Tranchen Aktien für 133,5 Millionen Pfund. Der Preis stieg dabei von 16 Pence auf 4,95 Pfund, im Schnitt 1,35 Pfund je Aktie.
Damals wurde die Aktie mit einem Vielfachen ihres Bitcoin-Werts gehandelt. Wer Aktien zu einem Vielfachen des Bestandswerts verkauft und dafür Bitcoin kauft, erhöht den Bitcoin je Aktie auch für die Altaktionäre. Das ist die ganze Mechanik einer Treasury-Firma.
Sie funktioniert nur mit Aufschlag. Anfang April 2026 meldete die Firma, ihr Börsenwert liege voll verwässert bei 0,75 des Bitcoin-Werts, also 25 Prozent darunter. Im selben Quartal verkaufte die Firma trotzdem Aktien für 3,1 Millionen Pfund. Wer unter Bestandswert Aktien ausgibt, verwässert den Bitcoin je Aktie zwangsläufig.
Die Käufer von 2025 zahlten den Aufschlag. Am 14. Oktober 2026 schloss die Aktie bei 51,4 Pence, 62 Prozent unter ihrem Durchschnittspreis.
Ohne Aufschlag hat eine Treasury-Firma keinen Motor, nur einen Bestand.
Wie viel Aufschlag zahlst du heute?
Du zahlst 30 Prozent mehr, als dir an Bitcoin zusteht
Der Aufschlag hängt davon ab, welche Ansprüche du mitzählst. Vor den Stammaktien stehen 16 Millionen Pfund Kredit bei Coinbase und 11,1 Millionen Pfund Nennwert der neuen Vorzugsaktien, zusammen 444 Bitcoin oder 15,7 Prozent des Bestands. Dazu kommen 29,0 Millionen Optionsscheine, mit denen ihre Halter Aktien zu 2,5 Pence beziehen können.
| Was mitgezählt wird | Du zahlst für Bitcoin im Wert von 100 £ |
|---|---|
| nur die Aktien im Umlauf | 101 £ |
| plus Kredit und Vorzugsaktien | 117 £ |
| plus Optionsscheine | 125 £ |
| nur der Bitcoin, der nach Kredit und Vorzugsaktien den Aktionären bleibt, voll verwässert | 130 £ |
Eigene Rechnung, Stichtag 15.10.2026. Die Firma meldet seit Juni statt dieser Zahl ein „Enterprise Value zu Bitcoin“, am 30.09.2026 bei 1,56, als die Aktie noch 80 Pence kostete.
Auf den ersten Blick ist die Aktie fair bewertet. Rechnest du ein, wer vor dir bedient wird und wer billig Aktien beziehen kann, zahlst du für Bitcoin im Wert von 100 Pfund, der dir als Aktionär zusteht, rund 130 Pfund.
Die Optionsscheine sind dabei kein Detail. 25,8 der 29,0 Millionen gehören dem Vorstandsvorsitzenden Andrew Webley und seiner Frau. Im März und April 2026 kaufte die Firma 42 Millionen andere Optionsscheine für 9,3 Millionen Pfund zurück und bezahlte das mit einem Kredit bei Coinbase. Die Verwässerung sank, die Schulden stiegen, die Optionsscheine des Vorstands blieben.
Zusammen mit 37,5 Millionen ausgegebenen, aber noch nicht verkauften Aktien hängen 19,5 Prozent zusätzliche Aktien über den heutigen.
Bei 1,0 sieht die Aktie fair aus. Nach Kredit, Vorzugsaktien und Optionsscheinen zahlst du drei Zehntel mehr.
Und die Vorzugsaktien kosten nicht nur Rang, sondern Geld.
Die Vorzugsdividende kostet mehr, als die Agentur umsetzt
Am 14. Oktober 2026 kamen die Vorzugsaktien mit dem Kürzel MORE an die Börse. Die Firma verkaufte 111.112 Stück zu 90 Pfund mit einem Nennwert von 100 Pfund. Die Dividende beträgt anfangs 12 Prozent im Jahr, wöchentlich gezahlt und kumulativ: Was ausfällt, wird nachgeschuldet. Der Vorstand kann den Satz ändern. Geplant waren 15 bis 25 Millionen Pfund, erreicht wurde das Minimum von 10 Millionen, 76 Prozent davon von Privatanlegern.
| Dividende im Jahr | 1,33 Mio. £ |
| in Bitcoin | 21,8 BTC, 0,77 % des Bestands |
| gegen den Umsatz der Agentur, hochgerechnet aus dem Halbjahr | das 1,7-Fache |
Vom Nettoerlös gingen 4,0 Millionen Pfund in Bitcoin und 3,85 Millionen in Betriebskapital, ausdrücklich auch für die Dividende. Weitere 100.000 Vorzugsaktien liegen bereit, um sie nach und nach über die Börse zu verkaufen.
Bitcoin wirft keine Zinsen ab, und die Agentur verdient die Summe nicht. Die Dividende kommt also aus der Kasse, aus neuem Kapital oder aus dem Bestand. Jede dieser Quellen kostet die Stammaktionäre Jahr für Jahr rund drei Viertel Prozent ihres Bitcoin.
Bitcoin zahlt keine 12 Prozent. Die zahlen die Stammaktionäre.
Was die Firma tut, wenn das Geld knapp wird, hat sie im Sommer schon gezeigt.
Im Juli bezahlte der Bestand
Im August 2025 hatte die Firma beim Vermögensverwalter TOBAM ein Wandeldarlehen aufgenommen, fällig am 5. August 2026. Am 23. Juli 2026, zwei Wochen vor Fälligkeit und auf eigenen Wunsch, zahlte sie 11,7 Millionen Dollar zurück. Dafür verkaufte sie 177,89 Bitcoin zu durchschnittlich 65.762 Dollar.
Gekauft hatte sie ihre Bitcoin im Schnitt zu rund 108.500 Dollar. Der Verkauf realisierte also 39 Prozent Verlust. Im Gegenzug fielen 7,72 Millionen mögliche neue Aktien weg. Andrew Webley sagte dazu, Wandeldarlehen seien „nicht die richtige Kapitallösung“ für die Firma.
Der Bestand war vorher auf 2.878 Bitcoin gewachsen. Mit den Käufen seit August liegt er jetzt wieder bei 2.830, so hoch wie schon im Mai.
Als die Kapitalstruktur eng wurde, war der Bitcoin die Kasse.
Wie hat sich die Aktie bei alldem gegen Bitcoin geschlagen?
Die Aktie handelt den Aufschlag, nicht den Bitcoin
Seit dem Wechsel an den Hauptmarkt am 3. Februar 2026:
| Monat | Aktie | Bitcoin |
|---|---|---|
| Februar | −24,2 % | −13,1 % |
| März | −15,0 % | +3,7 % |
| April | +30,9 % | +11,8 % |
| Mai | −13,4 % | −3,8 % |
| Juni | −18,0 % | −20,2 % |
| Juli | +14,9 % | +7,3 % |
| August | +13,0 % | +23,8 % |
| September | +111,2 % | +7,4 % |
| Oktober bis 14.10. | −25,1 % | −2,3 % |
Februar ab Handelsbeginn 03.02. Aktie: Schlusskurse London (SWC.L), Bitcoin: Binance-Tagesschlüsse.
Vom 3. Februar bis 14. Oktober stieg die Aktie um 23 Prozent, Bitcoin um 8 Prozent. Dazwischen lagen ein Tief von 25 Pence Ende Juni und ein Hoch von 80 Pence am 2. Oktober. Vom Bitcoin-Verkauf im Juli bis Anfang Oktober stieg die Aktie um 170 Prozent, Bitcoin um 30 Prozent. Danach fiel sie in zwei Wochen um 36 Prozent, während die Vorzugsaktien an die Börse kamen.
Wer die Aktie am 20. Juni 2025 zum damaligen Schlusskurs von 4,95 Pfund kaufte, liegt heute 90 Prozent im Minus. Bitcoin fiel im selben Zeitraum um 22 Prozent.
Die Aktie bewegt sich mit dem Aufschlag auf Bitcoin, und der schwankt stärker als Bitcoin selbst.
Aussagen der Firma, geprüft
| Aussage | Wer, wann | Was die Meldungen zeigen | Urteil |
|---|---|---|---|
| BTC Yield von +1,98 % | Firma, 15.10.2026 | gilt für die ersten zwei Wochen von Q4; Q3 lag bei −4,35 % | hält, aber nur für zwei Wochen |
| Q1-Wert von −0,18 % geht auf Einmalkosten zurück (Börsenwechsel, Squarebird, Rückkauf der Optionsscheine) | Firma, 02.04.2026 | im selben Quartal Aktienverkauf für 3,1 Mio. £ bei 0,75 des Bitcoin-Werts | hält teilweise |
| Wandeldarlehen sind nicht die richtige Kapitallösung | Andrew Webley, 23.07.2026 | Darlehen abgelöst, 7,72 Mio. mögliche Aktien weg; bezahlt mit 177,89 BTC zu 39 % unter Einstand | hält, mit Preis |
| Vorzugsaktie mit 12 % Dividende | Firma, 12.10.2026 | Anfangssatz; der Vorstand kann ihn ändern, nicht gezahlte Dividenden werden nachgeschuldet | hält teilweise |
Was die Firma über ihre Zahlen meldet, stimmt. Was die Zahlen für die Aktionäre bedeuten, steht nicht in der Überschrift der Meldungen.
„Bei einem Aufschlag um 1 bekomme ich die Agentur gratis dazu“
So sieht es aus, wenn du nur den Börsenwert neben den Bitcoin-Bestand legst. Dann zahlst du 101 Pfund für Bitcoin im Wert von 100 Pfund, also fast keinen Aufpreis.
Nur gehört dir nicht der ganze Bestand. 15,7 Prozent davon stehen Kreditgeber und Vorzugsaktionäre vor dir zu, und fast ein Fünftel zusätzlicher Aktien wartet darauf, ausgegeben zu werden. Die Agentur setzt aufs Jahr gerechnet rund 0,8 Millionen Pfund um, die Vorzugsdividende kostet 1,33 Millionen. Gratis ist daran nichts, die Agentur trägt nicht einmal die Dividende.
Gratis ist die Agentur erst, wenn sie mehr einbringt, als die Vorzugsaktien kosten.
Wann die Aktie Sinn ergibt
- Willst du einfach Bitcoin, kauf Bitcoin oder einen Bitcoin-ETF. Beide halten den Coin ohne Kredit, Vorzugsaktien und Optionsscheine davor. Ein ETF kostet eine Jahresgebühr, aber keine drei Zehntel Aufschlag.
- Kaufst du die Aktie, kaufst du eine Wette auf den Aufschlag. Sie lohnt sich nur, wenn der Bitcoin je Aktie wieder wächst. Das ging bisher nur, solange die Aktie über dem Bitcoin-Wert gehandelt wurde.
- Schau auf drei Zahlen in jeder Quartalsmeldung: die BTC Yield über ein ganzes Quartal, den Bitcoin je voll verwässerter Aktie nach Schulden (am 30.09.2026 laut Firma 671 Satoshi) und die Frage, woher die Vorzugsdividende kam.
Zwei Ereignisse würden das Bild ändern. Nach oben: zwei volle Quartale mit positiver BTC Yield, ohne neue Schulden und ohne neue Vorzugsaktien. Nach unten: ein zweiter Bitcoin-Verkauf, diesmal für die Dividende.
FAQ
Was sind die ausgegebenen, aber nicht verkauften Aktien? Die Firma gibt Aktien vorab an einen Platzierungspartner aus, der sie nach und nach über die Börse verkauft. Bis zum Verkauf zählen sie zur Gesamtzahl der Aktien, die Firma hat dafür aber noch kein Geld bekommen. Am 15.10.2026 waren es 37,5 Millionen von 378,2 Millionen. Die Tabelle rechnet ohne sie, so wie die Firma ihren eigenen Bitcoin je Aktie rechnet. Mit ihnen sinkt der Bitcoin je Aktie von 774 auf 748 Satoshi, also um 3,3 Prozent.
Warum 30 Prozent Aufpreis und nicht der Wert, den die Firma meldet? Die Firma meldet ein „Enterprise Value zu Bitcoin“, voll verwässert. Ihre letzte Zahl stammt vom 30.09.2026, als die Aktie 80 Pence kostete. Die 30 Prozent rechnen mit dem Schlusskurs vom 14.10. und fragen, was du für den Bitcoin zahlst, der nach Kredit und Vorzugsaktien den Aktionären bleibt.
Wie sicher ist der Kredit bei Coinbase? 16 Millionen Pfund stehen gegen 172,8 Millionen Pfund Bitcoin, das sind 9,3 Prozent. Welcher Teil des Bestands als Sicherheit dient, legt die Firma nicht offen. Der Zins stieg im September von 6,00 auf 6,25 Prozent.
Wie wurde gerechnet? Bestand und Durchschnittskosten aus der Meldung vom 15.10.2026, Aktienzahlen aus der Meldung vom 12.10.2026 und dem Halbjahresbericht zum 30.04.2026. Bitcoin 80.866,91 Dollar (Binance, 15.10.2026, 06:46 UTC), 1 Pfund = 1,3240 Dollar, Aktie 51,4 Pence (Schluss 14.10.2026). Optionsscheine voll verwässert, ihr Ausübungserlös von 2,5 Pence je Aktie ist gegengerechnet. Die Kasse ist nicht abgezogen, weil die Firma ihren aktuellen Stand nicht meldet.
Keine Anlageberatung, keine Empfehlung, keine Prognose — historische Muster sind keine Zusage.
Quellen: Pflichtmeldungen (RNS) der Smarter Web Company plc, abgerufen über investegate.co.uk am 15.10.2026: Bitcoin Purchase 15.10.2026; Results of Offer and Preferred Dividend Timetable 12.10.2026; Subscription Agreement, Warrant Exercises & TVR 12.10.2026; First Day of Dealings in Preferred Shares 14.10.2026; Quarterly Investor Update 01.10.2026 und 02.04.2026; Interim Results 30.06.2026; Repayment of Smarter Convert Instrument 23.07.2026; Bitcoin Purchase, Corporate Update and TVR 03.08.2026; Existing Warrants Voluntary Purchase Offer 16.03. und 09.04.2026; Acquisition of Web Design Agency 23.02.2026; Kapitalerhöhungen 08.05.–09.07.2025 · Aktienkurse SWC.L (Yahoo Finance) · Bitcoin: Binance BTCUSDT
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