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Twenty One Capital (XXI): Bitcoin-Treasury, mNAV und die Frage, wohin die Reise geht

Twenty One Capital hält 43.514 Bitcoin — und wird je nach Rechenweg mit 41 Prozent Abschlag oder 26 Prozent Aufschlag gehandelt. Woher die Firma kommt, wie ihr Motor funktioniert und warum der mNAV vier Etiketten braucht.

Backtesting Arena·22. Juli 2026·12 Min. Lesezeit·1 Aufrufe
Twenty One Capital (XXI): Bitcoin-Treasury, mNAV und die Frage, wohin die Reise geht

Twenty One Capital hält 43.514 Bitcoin. Das ist keine Schätzung — die Firma veröffentlicht den Nachweis direkt auf der Blockchain, jeder kann nachsehen. Was die Firma an der Börse kostet, ist dagegen eine Frage mit vier Antworten.

Am 22. Juli 2026 lagen bei einem Bitcoin-Kurs von 65.700 Dollar und einem Aktienkurs von 4,92 Dollar gleichzeitig diese Werte vor: 0,59×, 0,72×, 1,11× und, wenn man die Wandelanleihe mitzählt, 1,18×. Der niedrigste Wert sagt, du kaufst Bitcoin mit 41 Prozent Rabatt. Der höchste sagt, du zahlst 18 Prozent Aufschlag. Gleiche Firma, gleicher Tag, gleicher Tresor.

Keine dieser Zahlen ist falsch gerechnet. Das ist der interessante Teil.

Dieser Beitrag geht drei Fragen nach: Woher Twenty One Capital kommt, wie der Geschäftsmotor funktioniert — und warum die Kennzahl mNAV nur dann eine Kennzahl ist, wenn vier Etiketten mitkommen.

Woher die Firma kommt

Der Name steht für die 21 Millionen Bitcoin, die es je geben wird. Angekündigt wurde Twenty One Capital im April 2025 als Gemeinschaftsprojekt von Tether, dem Herausgeber des Dollar-Tokens USDT, der Handelsplattform Bitfinex, der japanischen Beteiligungsgesellschaft SoftBank und der Investmentbank Cantor Fitzgerald.

An die Börse ging die Firma nicht über einen gewöhnlichen Börsengang, sondern über eine Mantelgesellschaft: Cantor Equity Partners, Kürzel CEP. So ein Mantel ist eine Hülle ohne Geschäft. Er sammelt Geld ein, ist bereits notiert und sucht dann eine Firma, mit der er verschmilzt. Wer die Hülle kauft, kauft eine Wette darauf, was am Ende hineinkommt.

Das erklärt eine Sache, über die man beim Langfrist-Chart stolpert. Der höchste Kurs, den das Papier je gesehen hat, liegt bei rund 59 Dollar und stammt vom 1. Mai 2025 — unter dem Kürzel CEP, nach der Ankündigung und lange vor dem Vollzug. Zeitweise notierte der Mantel 500 Prozent über seinem Ausgabepreis. Die Spitze links im Chart ist also kein Twenty-One-Kurs. Sie ist der Preis, den der Markt einer Erwartung gegeben hat, bevor es etwas zu bewerten gab.

Vollzogen wurde die Verschmelzung am 8. Dezember 2025, gehandelt wird seit dem 9. Dezember 2025 an der New York Stock Exchange unter XXI. Die Firma sitzt in Austin, Texas.

Wie sie finanziert wurde. Zum Vollzug gehörten zwei Kapitalrunden bei ausgewählten Investoren: rund 365 Millionen Dollar Eigenkapital — 200 Millionen im April zu 10 Dollar je Aktie, 165 Millionen im Juni zu 21 Dollar — und eine Wandelanleihe über 486,5 Millionen Dollar. Diese Anleihe ist besichert, sie verzinst sich mit 1,00 Prozent im Jahr und läuft bis zum 1. Dezember 2030. Wer sie hält, kann je 1.000 Dollar Nominale in 72,0841 Aktien tauschen — insgesamt bis zu 35.068.912 zusätzliche Aktien.

Woher die Coins kamen. Ein großer Teil wurde eingebracht, nicht gekauft: Tether und Bitfinex steuerten die Mehrheit bei, SoftBank einen Anteil in der Größenordnung von 10.500 Bitcoin. Der Rest kam aus Käufen, die mit dem eingesammelten Geld finanziert wurden. Verwahrt wird alles bei Anchorage.

Wem sie gehört. Beim Start hielten Tether und die Muttergesellschaft iFinex 58,8 Prozent der Anteile und 71 Prozent der Stimmrechte, Tether allein kam auf eine Stimmrechtsmehrheit von 51,7 Prozent. Im Mai 2026 kaufte Tether dann auch SoftBanks Anteil von rund 25 Prozent heraus; SoftBanks Vertreter verließen daraufhin das Aufsichtsgremium. Seitdem gibt es einen Eigentümer, der allein bestimmt, wohin es geht.

Ein Punkt, der der Firma gutgeschrieben werden muss. Twenty One veröffentlicht den Bestand auf der Blockchain, unter xxi.mempool.space. Jeder kann prüfen, ob die Coins dort liegen, wo die Firma sagt. Das ist mehr Nachprüfbarkeit, als die meisten Bilanzpositionen an einer Börse bieten — und es macht den Nenner der gleich folgenden Rechnung zum unstrittigsten Teil der ganzen Sache.

Wie der Motor funktionieren soll

Eine Treasury-Firma ist keine Fabrik. Sie hat einen Tresor und eine Aktie, und ihre erklärte Kennzahl heißt Bitcoin pro Aktie. Die Idee: Wer die Aktie hält, soll über die Zeit für jede Aktie mehr Bitcoin bekommen, ohne selbst nachzukaufen.

Das funktioniert so. Die Firma gibt neue Aktien aus und kauft mit dem Erlös Bitcoin. Ob das den bestehenden Aktionären nützt oder schadet, hängt an einer einzigen Bedingung: Zahlt der Markt für eine Aktie mehr, als an Bitcoin auf sie entfällt?

Wenn ja, kauft die Firma für den Erlös einer Aktie mehr Bitcoin, als diese Aktie an Bitcoin repräsentiert. Der Bitcoin pro Aktie steigt für alle. Wenn nein, dreht sich das Vorzeichen um: Jede neue Aktie verwässert genau die Kennzahl, um die es geht.

Der Motor schaltet sich also selbst ab, sobald die Aktie unter ihrem Bitcoin gehandelt wird. Und genau deshalb ist die Frage, ab wann das der Fall ist, keine Fußnote. Sie entscheidet, ob das Geschäftsmodell überhaupt zur Verfügung steht.

Der Befund dazu ist eindeutig: Der Bestand steht seit dem Börsengang unverändert bei 43.514 Bitcoin. BitcoinTreasuries.net weist die Veränderung im laufenden Jahr mit 0 Bitcoin aus, die letzten vier Käufe stammen aus der Zeit vor dem Listing. Bei einem durchschnittlichen Einstand von 84.865 Dollar je Bitcoin und einem Kurs von 65.700 liegt der Bestand rund 23 Prozent unter Wasser.

Das mNAV-Problem

Damit zur Kennzahl, an der sich alles aufhängt.

Was mNAV misst. Stell dir eine Firma vor, die nichts besitzt außer einem Tresor voll Gold. Keine Fabrik, keine Kunden, kein Personal. Nur den Tresor. Die Frage lautet: Zahlt die Börse für die ganze Firma mehr oder weniger, als das Gold im Tresor wert ist?

Weniger heißt, du kaufst das Gold mit Rabatt — mNAV unter 1,0. Mehr heißt, du zahlst einen Aufschlag für die Verpackung — mNAV über 1,0. Tausch das Gold gegen Bitcoin, und du hast die Kennzahl.

Der Nenner ist einfach. 43.514 Bitcoin, auf der Blockchain nachprüfbar, mal dem aktuellen Kurs. Bei 65.700 Dollar sind das rund 2,86 Milliarden.

Der Zähler hat vier Stellschrauben. Und für jede gibt es ein ernstzunehmendes Argument in beide Richtungen.

1. Welche Aktien zählen mit?

Das bewegt am meisten. Twenty One hat zwei Aktienklassen: 346.548.153 Aktien der Klasse A, die frei gehandelt werden, und 304.842.759 der Klasse B, die beim Großaktionär liegen und nicht gehandelt werden. Stand ist der 30. März 2026.

Zählt man nur die Klasse A, nimmt man fast die Hälfte der Eigentümer aus dem Zähler heraus — lässt aber den Bitcoin, der diesen Eigentümern zusteht, vollständig im Nenner stehen. Die Firma sieht dann billiger aus, als sie ist.

Das Gegenargument ist nicht albern: Kaufen kannst du an der Börse nur die Klasse A, und was du kaufst, ist ein Anteil am Free Float. Nur müsste man dann konsequenterweise auch den anteiligen Bitcoin aus dem Nenner nehmen. Das macht keine der gängigen Varianten.

2. Zählen die Schulden mit?

Eine Firma, die knapp 2,9 Milliarden Bitcoin hält und dafür eine halbe Milliarde geliehen hat, ist nicht dieselbe wie eine, die dieselben Coins schuldenfrei hält. Wer die Anleihe dazurechnet, misst den Unternehmenswert: das, was eine Übernahme samt Verbindlichkeiten kosten würde. Wer nur den Börsenwert nimmt, misst, was die Aktionäre zahlen. Beides ist sinnvoll, nur eben nicht dasselbe.

3. Wird das Bargeld abgezogen?

Liegt aus einer Kapitalrunde noch Geld auf dem Konto, das nicht in Bitcoin geflossen ist, kaufst du eben nicht nur Bitcoin. Zieht man es ab, sinkt der Zähler. Zieht man es nicht ab, behandelt man Dollar implizit wie Bitcoin.

4. Welcher Kurs, welcher Stichtag?

Bitcoin bewegt sich, die Aktie bewegt sich, und beide nicht im Gleichschritt. Am 20. Juli schloss XXI bei 5,32 Dollar, am 21. fiel die Aktie um rund 14 Prozent, am 22. stand sie bei 4,92. Jede mNAV-Zahl aus diesen drei Tagen ist eine andere. Dazu kommt: Der Bitcoin-Bestand ist ein Stand aus einer Pflichtveröffentlichung, der Aktienkurs ist von jetzt. Wer beides mischt, ohne es zu sagen, vergleicht zwei Zeitpunkte.

Die vier Zahlen nebeneinander

Kurs 4,92 Dollar, Bitcoin 65.700 Dollar, Bestand 43.514, also ein Nenner von 2,86 Milliarden:

Was in den Zähler kommtZählermNAV
Nur die gehandelten A-Aktien (346,5 Mio.)1,71 Mrd. $0,60×
Alle Aktienklassen (651,4 Mio.)3,20 Mrd. $1,12×
Alle Klassen plus die Wandelaktien (686,5 Mio.)3,38 Mrd. $1,18×
Alle Klassen plus die Anleihe, abzüglich Bargeld3,61 Mrd. $1,26×

Zwischen der ersten und der letzten Zeile liegt der Unterschied zwischen „40 Prozent Rabatt" und „26 Prozent Aufschlag".

Was die Datenanbieter richtig machen — und wo es kippt

Ein Punkt gehört klargestellt: Die Seiten, die diese Zahlen veröffentlichen, sind nicht das Problem. BitcoinTreasuries.net zeigt für Twenty One drei Varianten übereinander und beschriftet jede einzeln — 0,59× basic, 0,72× auf Unternehmenswert-Basis, 1,11× verwässert. Dazu stehen Marktkapitalisierung, Unternehmenswert und Bitcoin je Aktie in beiden Varianten. Das ist genau die Offenlegung, die man verlangen sollte.

Und sie ist so vollständig, dass man die Methode zurückrechnen kann, statt sie zu raten. Drei Proben:

  • 43.514 geteilt durch 346.548.153 ergibt 0,0001256 — das ist ihr Wert „BTC je Aktie (basic) 0,000126". Basic heißt also: nur Klasse A.
  • 43.514 geteilt durch 651.390.912 ergibt 0,0000668 — ihr Wert „verwässert 0,000067". Verwässert heißt: alle Aktienklassen, ohne die Wandelanleihe.
  • 346.548.153 mal 4,92 Dollar ergibt 1,71 Milliarden — ihre Marktkapitalisierung von 1,7 Milliarden.

Damit lässt sich auch die dritte Zahl erklären. Ihr Unternehmenswert von 2,1 Milliarden ist die Marktkapitalisierung von 1,7 Milliarden plus 0,4 Milliarden Netto-Schuld, also die Anleihe über 486,5 Millionen abzüglich rund 86 Millionen Bargeld.

Und daraus folgt der eigentliche Befund: Die EV-Variante rechnet die vollen Schulden gegen rund die Hälfte des Eigenkapitals. Die Anleihe lastet auf allen Aktien, im Zähler steht aber nur die Klasse A. Deshalb zeigt ausgerechnet die Zahl, die nach der umfassendsten klingt, den zweittiefsten Abschlag.

Das ist kein Vorwurf. Es steht beschriftet da, und wer beide Kennzahlen nebeneinander liest, kann es sehen. Der Schaden entsteht eine Stufe später: Eine der drei Zahlen wandert ohne ihr Etikett in einen Beitrag, eine Überschrift, eine Präsentation. Dort steht dann „handelt mit 41 Prozent Abschlag" — und niemand kann mehr erkennen, dass unterwegs die halbe Firma aus dem Zähler gefallen ist.

Was seit dem Börsengang beschlossen wurde

April 2026 — der große Umbauplan. Tether schlug vor, Twenty One mit Strike zu verschmelzen, der Bitcoin-Zahlungsfirma des damaligen Vorstandschefs Jack Mallers, und dazu mit Elektron Energy, einem Bitcoin-Schürfer. Aus drei Teilen sollte laut Tethers Mitteilung eine Plattform werden, die Treasury, Schürfen, Finanzdienstleistungen, Kreditvergabe und Kapitalmarkt in einem Haus bündelt. Bloomberg ordnete den Vorschlag damals so ein, dass das Kerngeschäft — Bitcoin halten — beim Markt in Ungnade gefallen sei.

Mai 2026 — ein Eigentümer. Tether kaufte SoftBanks Anteil, SoftBanks Direktoren gingen. Konditionen wurden nicht genannt.

Juli 2026 — die Rückabwicklung. Am 20. Juli trat Mallers als Vorstandschef zurück, Nachfolger wurde Raphael Zagury, bis dahin unabhängiger Direktor im Gremium und Interimsvorsitzender des Prüfungsausschusses. Zagury hat Elektron Energy gegründet und leitet es; davor arbeitete er bei Goldman Sachs, der Deutschen Bank und Merrill Lynch.

Die Dreier-Fusion ist damit erledigt. Strike bleibt eigenständig und steht für eine Zusammenführung nicht mehr zur Verfügung. Eine Zweier-Verbindung von Twenty One mit Elektron wird weiter geprüft — die Gespräche nennt die Firma vorläufig, ohne Zusage, dass ein Abschluss zustande kommt. Die Aktie fiel auf die Nachricht um rund 14 Prozent.

Zum Rücktrittsgrund gibt es zwei Darstellungen, und sie decken sich nicht. In der Mitteilung und in seinem eigenen Beitrag auf X nennt Mallers die Fokussierung auf Strike. In einer Videobotschaft, über die mehrere Fachmedien berichten, spricht er von Differenzen mit dem Gremium über die langfristige Ausrichtung: Er habe sich Bitcoin-Geschäfte mit laufenden Einnahmen vorgestellt, nicht allein einen Tresor. Wir haben das Video nicht selbst geprüft und führen deshalb beide Fassungen.

Die neue Richtung. Zusammen mit dem Wechsel legte die Firma überarbeitete Prioritäten vor: laufende Einnahmen erwirtschaften und Kapital diszipliniert einsetzen. Der Kern davon: profitable operative Geschäfte aufbauen und zukaufen, unter einem langfristigen Eigentümermodell, das sie selbst mit Berkshire Hathaway vergleicht. Zagury beschreibt seine Aufgabe so, um die Bilanz herum das operative Unternehmen zu bauen, mit der Disziplin und der Prüfstrenge einer Institution.

Wohin die Reise geht — drei Dinge, die man beobachten kann

Der Elektron-Deal ist ein Geschäft unter Beteiligten. Der neue Vorstandschef hat das mögliche Ziel gegründet und führt es. Der Mehrheitsaktionär kontrolliert beide Seiten und ist zugleich Kunde von Elektron, weil Tether einen erheblichen Teil seines Schürfens dorthin auslagert. Das ist keine Anschuldigung, sondern eine Struktur — und Strukturen dieser Art werden üblicherweise über einen unabhängigen Ausschuss und ein eigenes Gutachten bewertet. Wie dieser Ausschuss besetzt wird, ist der Punkt, an dem man in den nächsten Wochen etwas sehen kann. Zagury hat seine Ausschusssitze zum 20. Juli niedergelegt, der Prüfungsausschuss hat damit seinen Interimsvorsitzenden verloren.

Der Motor steht. Null Bitcoin Veränderung im laufenden Jahr, und solange die Aktie am unteren Ende der mNAV-Spanne gehandelt wird, kann die Firma die Kennzahl, für die sie gebaut wurde, über Kapitalerhöhungen nicht verbessern. Die Hinwendung zu laufenden Einnahmen liest sich vor diesem Hintergrund weniger als Kursänderung und mehr als der einzige noch offene Weg.

Der nächste harte Datenpunkt ist der Quartalsbericht am 31. August 2026. Darin sollte stehen, wie hoch der Bargeldbestand wirklich ist, ob ein laufendes Aktienprogramm existiert und ob aus „operative Geschäfte zukaufen" etwas Konkretes geworden ist.

Grenzen dieser Darstellung

Vier Dinge gehören dazugesagt, sonst macht dieser Beitrag genau den Fehler, den er beschreibt.

Die Aktienzahlen stammen vom 30. März 2026 aus der Pflichtveröffentlichung; was seither gewandelt oder ausgegeben wurde, ist nicht erfasst. Das Bargeld ist in den ersten drei Zeilen der Tabelle nicht abgezogen, weil kein aktueller Wert vorliegt — die rund 86 Millionen in der vierten Zeile sind aus der Differenz zwischen veröffentlichter Marktkapitalisierung und Unternehmenswert abgeleitet, nicht gemeldet. Kurse und Bestand sind eine Momentaufnahme vom 22. Juli 2026. Und die Angabe „null Käufe" stützt sich auf die Jahresveränderung bei BitcoinTreasuries.net, nicht auf ein Dokument der Firma.

Das sind genau die vier Etiketten, deren Fehlen dieser Beitrag kritisiert.

Die vier Fragen vor jeder mNAV-Zahl

  1. Welche Aktien stecken im Zähler — nur die gehandelten oder alle Klassen?
  2. Sind die Schulden drin?
  3. Ist das Bargeld abgezogen?
  4. Von welchem Tag stammen Aktienkurs und Bestand?

Kommen alle vier Antworten mit, kannst du die Zahl nachrechnen. Fehlen sie, hast du keine Kennzahl vor dir, sondern eine Behauptung mit Komma.

Was das mit Backtests zu tun hat

Bei uns gilt dieselbe Regel für Renditen. Eine Rendite ohne ihren Vergleichsmaßstab und ohne ihr Zeitfenster sagt nichts über eine Strategie. Zwanzig Prozent klingen gut, bis man dazuschreibt, dass simples Halten im selben Zeitraum dreißig gemacht hat.

Ein mNAV ohne Aktienzahl und ohne Datum ist derselbe Vorgang. Beide sehen aus wie eine Messung. Beide lassen sich nicht nachbauen, und das ist der einzige Test, der zählt.

Nüchternes Fazit

Twenty One Capital ist eine Firma mit einem sehr gut nachprüfbaren Nenner und einem uneindeutigen Zähler. Der Bitcoin liegt offen auf der Blockchain, die Bewertung hängt an Definitionen, die kaum jemand mitliefert.

Ob die Aktie mit Abschlag oder mit Aufschlag gehandelt wird, ist deshalb keine Marktfrage, sondern zuerst eine Rechenfrage. Und die Antwort darauf ändert die Geschichte vollständig — von „hier bekommt man Bitcoin günstiger als am Markt" zu „hier zahlt man für die Verpackung".

Die Prüffrage ist nie, ob eine Zahl stimmt. Sie lautet, ob du sie nachrechnen kannst. Was sich nicht reproduzieren lässt, war nie eine Messung.


Dieser Beitrag beschreibt eine Firma, eine Kennzahl und ihre Rechenwege. Er ist keine Anlageberatung, keine Empfehlung und keine Prognose. Alle Zahlen mit Stand 22. Juli 2026, Bitcoin 65.700 Dollar, XXI 4,92 Dollar.

Quellen: Twenty One Capital, Inc., Mitteilung zum Vollzug der Zusammenführung mit Cantor Equity Partners, 8. Dezember 2025 · Twenty One Capital, Inc., Form S-1, SEC EDGAR (Bedingungen der Wandelanleihe, Wandlungsverhältnis 72,0841) · Twenty One Capital, Inc., Form 10-K, ausstehende Aktien zum 30. März 2026 · BitcoinTreasuries.net, Unternehmensseite Twenty One Capital, abgerufen 22. Juli 2026 · Tyler Rowe, „Jack Mallers Steps Down as CEO of Twenty One Capital", BitcoinTreasuries.net, 21. Juli 2026 · Tether, Mitteilung zum Fusionsvorschlag, 29./30. April 2026 · Tether, Mitteilung zum Erwerb des SoftBank-Anteils, 20. Mai 2026 · Bloomberg, „Tether Proposes Mergers Involving Bitcoin Treasury Company", 30. April 2026 · Kurse: TradingView und GuruFocus, 21./22. Juli 2026.

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