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Bollinger Bands Squeeze ist live — wenn die Bänder eng werden

Eine neue Strategie ist live: John Bollingers klassisches Volatilitäts-Zyklus-Spiel. Warte bis sich die Bänder eng zusammenziehen (Squeeze-Phase), dann reite den Long-Breakout über das obere Band. Default 20/2.0/0.1. Pro+.

Backtesting Arena·6. Juni 2026·3 Min. Lesezeit·0 Aufrufe
Bollinger Bands Squeeze ist live — wenn die Bänder eng werden

Wir haben Sprint 1 unserer neuen Strategien-Welle abgeschlossen — die dritte und letzte ist gerade live gegangen: Bollinger Bands Squeeze. Pro+ verfügbar in allen Asset-Klassen, und ab sofort Teil der täglichen Snapshot-Pipeline.

Die Grundidee — von Bollinger selbst

John Bollinger hat in den 1980ern eine simple Beobachtung gemacht: Wenn die Volatilität in einem Markt zusammenbricht, ist das oft die Vorbereitung für eine größere Bewegung. Niedrige Volatilität geht hoher Volatilität voraus — und umgekehrt.

Visualisiert ist das in seinen eigenen Bändern (die Bollinger Bänder, die nach ihm benannt sind): Wenn der Markt ruhig ist, ziehen sie sich eng um die Mittellinie zusammen. Wenn der Markt explodiert, fliegen sie auseinander.

Die Squeeze-Phase — wenn die Bänder eng beieinander liegen — ist also ein Setup. Sie sagt nichts darüber, in welche Richtung der Markt ausbrechen wird. Aber sie sagt: eine Bewegung kommt.

Die Strategie

Wir handeln die Long-Seite dieser Expansion:

  1. Bollinger Bänder berechnen (Default: SMA-20 als Mittellinie, obere und untere Bänder bei ±2 Standardabweichungen)
  2. Bandbreite normalisieren: (upper − lower) / middle. Das gibt einen relativen Wert — wie eng die Bänder gerade sind, unabhängig vom absoluten Preisniveau.
  3. Squeeze erkannt wenn diese Bandbreite unter einen Schwellwert fällt (Default 0.1 = 10%)
  4. BUY: Wenn die letzte Kerze im Squeeze war UND der aktuelle Close über das obere Band ausbricht — der Volatility-Breakout hat in die richtige Richtung gefeuert
  5. SELL: Wenn der Close zurück unter die Mittellinie fällt — klassischer Mean-Reversion-Exit

Die Schwelle ist der wichtigste Parameter

Der squeeze_threshold entscheidet, wie streng "im Squeeze" definiert wird:

  • 0.05 = nur die engsten 5%-Bandbreiten zählen → wenige, aber qualitativ stärkere Setups
  • 0.1 (Default) = guter Mittelweg auf Tages-Charts in Crypto
  • 0.2 = mehr Setups, aber auch mehr Fake-Breakouts
  • 0.5 = fast jede Kerze qualifiziert sich, der Squeeze-Filter wird bedeutungslos — die Strategie degeneriert zu einem reinen "Close > Upper Band"-Breakout

Auf Wochen-Charts wahrscheinlich strenger einstellen (0.05-0.08). Auf Crypto-Volatilen wie BTC oft so im 0.08-0.12-Range optimal.

Was unterscheidet das von Keltner Channel Breakout?

Beide nutzen Bänder um einen gleitenden Durchschnitt, beide handeln Breakouts. Drei Unterschiede:

Band-Berechnung. Keltner nutzt ATR (Average True Range) für die Bandbreite — also volle Kerzen-Range inkl. Wicks. Bollinger nutzt Standardabweichung der Closes. Die Math-Basis ist anders, in der Praxis sind beide aber ähnlich volatilitäts-sensitiv.

Setup-Bedingung. Keltner ist ein direkter Breakout — sobald Close über Upper Band, feuert der BUY. BB Squeeze fügt eine Vorbedingung hinzu — der Markt muss vorher in einer Compression-Phase gewesen sein. Das filtert: ein Breakout aus Squeeze hat historisch mehr Kraft als ein Breakout in einem ohnehin schon volatilen Markt.

Trade-Frequenz. BB Squeeze tradet deutlich weniger als Keltner (weil die Setup-Bedingung viele Breakouts ausfiltert), kann aber pro Trade eine höhere Conviction haben.

In den nächsten Wochen wird die Daily-Snapshots-Pipeline genug Daten sammeln, um direkt vergleichen zu können: Welche Strategie liefert auf welcher Asset-Klasse die besseren Risk-Adjusted Returns?

Drei Failure-Modi (ehrlich)

Diese Strategie ist nicht ohne Schwächen — wir nennen sie explizit:

1. Fehl-Breakouts. Bänder squeezen, Preis pumpt kurz über das obere Band, dreht aber sofort um. Du kaufst am Wick-Top, wirst ein paar Kerzen später an der Mittellinie gestoppt. Klassische Schwäche aller Breakout-Strategien — kombinier mit dem 200 WMA Filter um in Aufwärts-Phasen zu bleiben, oder mit ATR Volatility um nicht in komplett ruhigen Phasen zu kaufen.

2. Downside-Squeezes. Bänder squeezen, dann feuert der Breakout nach unten. Diese Long-Only-Strategie verpasst die Bewegung komplett — sieht sie als "kein Signal". Mit einer zukünftigen Short-Erweiterung (breakoutDirection='both' ist als Parameter schon vorgesehen) wäre das fangbar, aber die Plattform-Engine unterstützt heute nur Long.

3. Squeeze ohne Breakout. Bänder bleiben wochenlang eng. Die Strategie tradet einfach nicht — keine Verluste, aber auch keine Gewinne. Geduld ist hier eingebaut.

Wo verfügbar

Pro+ Feature, ab sofort live unter /dashboard/crypto:

  • 3 Input-Felder: Periode, Standardabweichung, Squeeze-Schwelle
  • Dropdown für Breakout-Richtung (aktuell nur Long aktiv, "Both" reserviert)
  • Alle Standard-Filter (200 WMA, ATR Volatility, Altcoin Season, Bullmarket-Ampel, Min Profit Guard) kombinierbar
  • Funktioniert als Live-Alert und in der Ampel
  • Strategy-Library mit Pseudo-Code + FAQ unter /strategies/bb-squeeze

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